Bonn und die Kunst – eine längere Geschichte
Wer Bonn mit Kunst verbindet denkt zuerst an die Museumsmeile. Klar, die ist auch beeindruckend. Aber was die Stadt wirklich interessant macht ist das, was abseits davon passiert. Die kleinen Galerien in der Nordstadt, der Ausstellungsraum im klassizistischen Bau an der Kurfürstenallee in Bad Godesberg, das Künstlerforum am Hochstadenring. Bonn hat eine Kunstszene die gar nicht so laut auftritt, aber beständig aktiv ist.
Das war schon zur Zeit des Saisonstarts so, einem Bonner Kunstwochenende das von 2014 bis 2018 stattfand und bei dem sich Galerien und Museen an einem Septembertag gemeinsam öffneten. Die Idee dahinter – Kunstorte sichtbar machen die sonst nebeneinander her existieren – war gut. Und ist heute noch relevant.
Diese Seite knüpft daran an. Kein Event, kein Ticketverkauf, keine Agenda. Nur ein ehrlicher Überblick über Bonner Kunstorte und was dort im Jahr 2026 passiert – von der großen Sonderschau bis zur kleinen Gruppenausstellung im Ausstellungsraum Bad Godesberg.
Was Bonn als Kunststadt besonders macht
Bonn ist eine Stadt mit einer ungewöhnlich hohen Dichte an Kulturinstitutionen für ihre Größe. Das liegt an der Geschichte als Bundeshauptstadt: Jahrzehnte lang wurden hier Museen, Ausstellungshäuser und kulturelle Einrichtungen aufgebaut die deutlich mehr Gewicht haben als es einer Stadt von 300.000 Einwohnern normalerweise entsprechen würde. Die Museumsmeile mit der Bundeskunsthalle, dem Kunstmuseum Bonn, dem Haus der Geschichte und dem Museum Koenig ist das sichtbarste Ergebnis davon.
Aber Bonn hat mehr zu bieten als diese Meile. Das August Macke Haus in der Nordstadt ist das Geburtshaus eines der wichtigsten deutschen Expressionisten und gleichzeitig eines der persönlichsten Museen in der Stadt. Das Haus an der Redoute in Bad Godesberg, ein klassizistisches Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, zeigt das ganze Jahr über Wechselausstellungen lokaler Künstlerinnen und Künstler. Und dann gibt es noch die Galerien und Projekträume, die ohne großen Apparat funktionieren und oft die interessantesten Sachen zeigen.
Wer Bonn als Kunststadt kennenlernen möchte braucht mehr als einen Nachmittag auf der Museumsmeile. Diese Seite gibt einen Überblick über alle wichtigen Orte – von den großen Häusern bis zu den kleinen Ausstellungsräumen die man sonst leicht übersieht.
Was läuft 2026?
Peter Hujar in der Bundeskunsthalle, August Macke trifft Max Ernst im Macke-Viertel, Amazônia als große Schau über indigene Völker des Amazonasgebiets – das Ausstellungsjahr in Bonn hat einiges zu bieten. Und am 6. und 7. Juni öffnen alle fünf Häuser der Museumsmeile kostenlos beim Museumsmeilenfest. Hier ist der Überblick.
Highlights
Die großen Häuser
Drei Adressen die man kennen sollte, wenn man Kunst in Bonn ernst nimmt. Bundeskunsthalle und Kunstmuseum stehen Seite an Seite auf der Museumsmeile, das August Macke Haus liegt ein paar U-Bahn-Stationen entfernt in der Nordstadt.
Museumsmeile
Bundeskunsthalle
Kein festes Depot, dafür wechselnde Ausstellungen von internationalem Rang. 2026 unter anderem mit Peter Hujar und der Amazônia-Schau.
Zur Bundeskunsthalle →Museumsmeile
Kunstmuseum Bonn
Die städtische Sammlung mit Schwerpunkt auf Kunst nach 1945 und rheinischer Expressionismus. Immer wieder starke Sonderausstellungen.
Zum Kunstmuseum →Nordstadt
August Macke Haus
Das Geburtshaus des Expressionisten im Bonner Macke-Viertel. Kleines Museum, große Wirkung. 2026 zeigt es Macke im Dialog mit Max Ernst.
Zum Macke Haus →Abseits der Meile
Kleinere Kunstorte in Bonn
Bonn hat mehr zu bieten als die fünf Häuser auf der Museumsmeile. Hier sind vier Orte die weniger bekannt sind, aber durchaus einen Besuch wert.
Haus an der Redoute, Bad Godesberg
Ehemaliges kurfürstliches Kammertheater, heute Ausstellungsort für Bonner und Bad Godesberger Künstler. Klassizistischer Bau mitten im Redoutenpark. Eintritt meist frei, mittwochs bis sonntags geöffnet. Die jährliche Schwarz-Weiß-Ausstellung zum Aschermittwoch gehört seit 1980 fest zum Bonner Kunstkalender.
Galerien in der Nordstadt
Rund um den Hochstadenring und die Adolfstraße hat sich eine lebendige Galerienszene entwickelt. Kürzere Wege, persönlichere Atmosphäre. Die Galerie Gisela Clement, das Künstlerforum Bonn und weitere Projekträume machen die Nordstadt zum dichtesten Kunstort Bonns abseits der Museumsmeile.
Künstlerforum und Projekträume
Neben den etablierten Häusern gibt es in Bonn eine Handvoll Projekträume und Off-Spaces in denen zeitgenössische Kunst ohne großes Budget ausgestellt wird. Das Künstlerforum am Hochstadenring existiert seit 1969 und ist einer der ältesten dieser Orte. Auch die Videonale, eines der ältesten Videokunsttfestivals Deutschlands, ist in Bonn beheimatet.
Museumsmeile komplett
Fünf Häuser auf engem Raum: Bundeskunsthalle, Kunstmuseum, Haus der Geschichte, Museum Koenig und das Deutsche Museum Bonn. Jedes Haus hat ein eigenes Profil und eine eigene Stärke. Einmal im Jahr, beim Museumsmeilenfest, öffnen alle gemeinsam mit freiem Eintritt. 2026 ist das der 6. und 7. Juni.